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M, I, S, T, Y

M, 2017
I, 2017
S, 2019
T, 2019
Y, 2019
Series of Fine Art Prints, 70 x 100cm (Edition: 3/3)

Shown at Subliminal, Veronika Hauer, Katie Lee
IG Bildende Kunst Vienna (October 8 – November 15 2019)
Installation views: Joanna Pianka

In Subliminal, der diesjährigen Kooperationsausstellung der GALERIE IG BILDENDE KUNST und AIR – ARTIST IN RESIDENCE Niederösterreich, formiert sich zwischen den künstlerischen Positionen von Katie Lee und Veronika Hauer ein Feld inhaltlicher Verzahnung und ästhetischer Überschneidung. Beide Künstlerinnen arbeiten im Spannungsfeld von Bildhaftem, Räumlich-Installativem und Körperlich-Performativem. Sowohl Lee als auch Hauer entwickeln bildliche und räumliche Szenarien, die den Körper nicht nur thematisieren, sondern ihn subtil zur Handlung auffordern. Während der Körper bei Veronika Hauer als Medium mimetischer Posen untersucht wird, fungiert er bei Katie Lee wesentlich als kinästhetischer Wahrnehmungsmittelpunkt.

Die österreichische Künstlerin Veronika Hauer zeigt eine Serie von Plakaten, die sich auf ironische und kritische Weise mit der Vermittlung von Sprache und der Verbindung von Sprache und Körper auseinandersetzt. Die Serie kann dabei gleichsam als subliminale Handlungsanweisung an den Betrachter gelesen werden, sodass das einzelne Poster eine performative Aufforderung darstellt. Hauer verwendet historisches pädagogisches Bildmaterial, weil oft erst mit zeitlichem Abstand die Absurdität so mancher pädagogischer Ansätze evident wird. Der unterhaltsamen Note steht dabei jedoch auch Unbehagen gegenüber, denn die Zeichnungen der einzelne Buchstaben figurierenden Kinder zeigen Reglementierung und Disziplinierung im doppelten Sinn. Neben der Absurdität des Nachstellens und Verkörperns von Buchstaben an sich zeigt die Starre des Kupferstichs die Gezwungenheit dieses pädagogischen Unternehmens auf einer zweiten Ebene.

Die australische Künstlerin Katie Lee beschäftigt sich mit dem performativen Potential skulpturaler Formen. Lee versteht Raum nicht als statisches Gefüge, sondern als dynamisches, veränderliches System. Die Künstlerin hinterfragt und untersucht in Installationen und performativen Dispositiven körperdisziplinierende, manchmal auch den Körper „sichernde“ Strukturen. So fungiert in Subliminal ein Gestell, das einem verwaisten Turngerät ähnelt, nicht als selbstständige skulpturale Form, sondern als subtile Aufforderung an den Körper. Die Isoliertheit der auf den ersten Blick postminimal anmutenden Objekte und Konstellationen sowie die sie umgebende räumliche Leere wirken evokativ für imaginäres wie auch reales Raumhandeln. Die Künstlerin versucht, die Rezeption ihrer Installationen nicht durch dramaturgische Intentionen zu lenken, sondern durch die Art der Anordnung auf subtile Weise das Moment des Zufälligen, des Ungerichteten zu erhalten.

Veronika Hauer und Katie Lee untersuchen Formen, die das kinästhetische Handeln beeinflussen und den Körper subliminal choreografieren. Die absurd anmutenden historischen Darstellungen von Hauer sowie die Objektgefüge von Lee lösen beim Betrachter ein latentes Unbehagen aus. Sie wecken nicht selten Erinnerungen, ja körperliche Resonanzen an selbst erfahrene Konditionierungen des Körpers und damit des mentalen Apparats, wie wir sie von Schule, Sportplatz und öffentlichem Raum kennen. (David Komary)